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31.07.2013

Gestrandet in Leonding

geschrieben von Sherin Hozain

Gespräch mit einem Leondinger aus Syrien


Nour Al-Khalaf ist 37 Jahre alt, spricht Englisch, Arabisch, Griechisch und jetzt auch Deutsch. Er mag Fußball und isst am liebsten syrische Hackfleischpizza. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder. Ein ganz normaler junger Mann, wenn ernicht Asylwerber aus Syrien wäre. Seine Familie musste er in Syrien zurücklassen. Im Interview verrät er, wie es sich in Leonding als Asylwerber so lebt.


Warum sind Sie nach Österreich gekommen?


Al-Khalaf: In Syrien herrscht Krieg. Ich möchte nicht in diesem Krieg sterben. Das ist nicht mein Krieg. Der Weg bis nach Österreich hat acht Monate gedauert. Ich musste durch viele Länder wandern und auch sehr oft im Freien übernachten. Mein Weg führte mich von Aleppo in Syrien über die Türkei nach Griechenland und weiter über Mazedonien, Serbien und Ungarn, bis ich schließlich in Österreich landete.

Wie lange sind Sie schon in Österreich?


Al-Khalaf: Ich bin jetzt seit ca. sechs Monaten hier und warte auf meinen Asylbescheid. Das ist nichts im Vergleich zu anderen, die hier wohnen. Manche warten schon seit über zwei Jahren auf einen Bescheid. Wir wollen alle hier nur eins, einen Bescheid. Der ist wichtig, denn dann könnte man end- lich mit seinem Leben weitermachen und Schritte setzen. So lange wir hier keinen Bescheid bekommen, dürfen wir auch nicht arbeiten. Das wenige Geld, das uns zur Verfügung steht, brauchen wir um Essen zu kaufen. Daher bleibt mir nicht viel mehr übrig, als meine Zeit in meinem Zimmer zu vertreiben. Eigentlich wollen wir alle nur arbeiten. Wir sind stark, gesund und im besten Alter. Das lange Warten ist lähmend und tut keinem hier gut.  

Was könnte Ihrer Meinung nach helfen?  


Al-Khalaf: Ich hätte gerne die Mög- lichkeit zu arbeiten. In Syrien arbeitete ich als Innenausstatter und habe zum Beispiel wunderschöne Marmorböden gelegt. Alle hier sind qualifizierte, gute und intelligente Menschen.

Was halten Sie von Österreich?


Al-Khalaf: Wir würden uns gerne mehr integrieren. Aber in unserer Situation ist es schwierig sich in der Gesellschaft einzufinden. Die Österreicher sind auch schwer zugänglich, im Vergleich zur syrischen Gesellschaft. Sie sind uns gegenüber sehr skeptisch. Wenn wir mehr Teil der Gesellschaft wären, wür- den wir viel schneller Deutsch lernen. Jetzt haben wir nur zweimal die Woche Deutschunterricht, aber die Praxis fehlt.

Was essen Sie am liebsten?


Al-Khalaf: Lahm bil Ajin!! Das ist ein hauchdünner Pizzateig mit Hackfleisch belegt. Ich kann kochen, ich koche gerne! Nur hier fehlt mir das Kleingeld und die Motivation aufzukochen.

 

Das Rezept zu dieser Köstlichkeit finden Sie hier.

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